Sonne tritt in die Waage ein
Die Sonne tritt in die Waage ein
22. PST 5:44 / 22. AEST 22:44
Die Sonne tritt zwischen den Finsternissen in die Waage ein: Poesie in Bewegung. Das Streben nach Ausgeglichenheit inmitten des Chaos hat etwas Lyrisches. Das Äquinoktium spiegelt dieses angestrebte Gleichgewicht in der Teilung von Nacht und Tag wider. Doch der Eintritt der Sonne fünf Tage nach der Fische-Mondfinsternis und zehn Tage vor der Waage-Sonnenfinsternis deutet darauf hin, dass wir die zerfransten Ränder dessen erforschen, was gerecht, ehrlich und tugendhaft ist.
Die Ironie dieser besonderen Waage-Saison ist, dass es im Moment nur sehr wenig Harmonie zu finden gibt! Die Waage-Sonne lässt uns unsere Optionen abwägen und dualistische Vorstellungen von „gut“ und „schlecht“ oder „richtig“ und „falsch“ hinterfragen. Wie die Finsternisse zeigen, ist das Leben komplexer. Doch die Sonne wird sich in Kürze mit dem Mond-Südknoten ausrichten, was Reduktivismus zu einem Risiko macht. Ob wir Beziehungsschwierigkeiten oder berufliche Umwälzungen, Glaubenskrisen oder vielleicht so immaterielle Situationen erleben, dass wir sie nicht einmal artikulieren können, etwas funktioniert offensichtlich nicht – deshalb zerfällt es uns in den Händen. Und doch sind wir immer noch gezwungen, Ausreden dafür zu finden und dabei Umstände zu stark zu vereinfachen, die sich einer Vereinfachung widersetzen. Hierin liegt das Problem: Vermeidung kann keinen Frieden fördern.
Die Lösung für Angst mag widersprüchlich erscheinen: Nehmen Sie den polaren Aspekt der Waage an und manifestieren Sie die durchsetzungsfähigen und mutigen Eigenschaften des Widders. Dieser „Backdoor-Hack“ verschafft uns Zugang zu den höheren Eigenschaften der Waage und ermöglicht es uns, das Gleichgewicht durch bewusstes *Handeln* zu verkörpern. Die Waage-Sonne ermutigt uns, Respekt durch Diplomatie zu kultivieren, aber ein wahrer Diplomat strebt im Geiste einer Mission einen Kompromiss an. Das ist die Medizin der Saison: Keine Verhandlung kann beginnen, ohne zuerst zu sagen, wofür man steht.
Geschrieben von Nyssa Grazda